Children of Bodom [Essay]

3–4 Minuten
© Fabian Schmidt/ Hörsturz

Erst kürzlich beim durchsehen meiner Musik fiel mir Children of Bodom erneut in die Hände. Die Hatecrew um Frontsau (oh ja, Frontsau) Alexi „Wildchild“ Laiho, die Band aus Espoo Finnland.

Wer ist „Children of Bodom“?
© Children of Bodom

Die Band wurde 1992 Inearthed gegründet und benannte sich später aus rechtlichen Gründen um. Doch wer sind die Kinder von Bodom?

Der „Bodominjärvi“ ist ein See nahe Espoo, wo in den 60er Jahren drei zeltende Jugendliche grausam getötet wurden. Im Song „Lake Bodom“ geht es genau um diese Morde.

So viel zu dem Namen der Band, doch wer steckt dahin? Wer „Children of Bodom“ sagt, muss auch „Alexi „Wildchild“ Laiho“ sagen. Der Sänger und Gitarrist war auch Gründer und Frontmann der Band. Laiho wusste sich ins Rampenlicht zu bringen, brachte aber auch Schattenseiten mit, die später noch Folgen haben werden.

Aber den endgültigen Durchbruch schaffte Children of Bodom letztendlich mit „Are You Dead Yet?“ (2005) und der Titelgebende Song ist bis heute einfach nur legendär!

Neben Alexi Laiho war noch der Drummer Jaska W. Raatikainen, der Inearthed und später Children of Bodom mit gründete. Das die Bandmitglieder musikalisch oben auf war steht außer Frage, aber ich möchte an dieser Stelle besonders den Mann an der Tasten „Janne Viljami „Warman“ Wirman“ erwähnen, der mit seinem Keyboardsound den musikalischen Wiedererkennungswert und Charakter der Band mitunter prägte und auch noch heute bei seiner Band „Warmen“ kommt genau dieser Spirit noch durch.

Follow the Reaper

Das Debütalbum „Somethin Wild“ (1997) war ein erster kleiner Erfolg, in Finnland 12 Wochen in den finnischen Charts1 und der Song „Touch Like Angel Of Death“ war ein guter Hinweis dafür, wo die Reise noch hingehen würde.

Auch die nachfolgenden Alben „Hatebreeder“ (1999), „Follow the Reaper“ (2000) und „Hatecrew Deathroll“ (2003) brachten Erfolge mit sich. Aber den endgültigen Durchbruch schaffte Children of Bodom dann mit „Are You Dead Yet?“ (2005) und der Titelgebende Song hat bis heute Legendenstatus!

Zusätzlich etablierten sich durch die Alben gewisse Wiedererkennungswerte: Der Reaper wurde sowas wie das Maskottchen der Band und auch die Bezeichnung „Hatecrew“ etablierte sich als Beschreibung und fand nach und nach die Verwendung auf dem Merch: „COBHC“ (Children of Bodom Hatecrew).
2008 folgte dann das Album „Blooddrunk“, was noch ganz akzeptabel war, und auch bei Presse und Fans gut ankam. Alles weitere wirkte für mich dann wie Popmusik im Children of Bodom Lack.

© Children of Bodom
© Children of Bodom
Das Ende…

Hinter dem Vorhang der Band brodelte es. Wie schon gesagt, war Laiho eine wahre „Rampensau“ und wenn er auf der Bühne stand dachte man sich „Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll, der weiss wie der Hase läuft“. Doch folgte der Sänger dem Hasen zu weit in den Hasenbau und verlor sich (metaphorisch) darin. Das „Wildchild“ hatte große Alkoholprobleme und auch Drogen waren immer wieder mit im Spiel (wie sich später raus stellte). 2019 verließen bis auf Gitarrist Daniel Freyberg und Laiho selbst die Band, die Alkoholeskapaden waren zu groß. Da aber die ausgestiegenen Mitgleider der Band die Namensrechte an „Children of Bodom“ besaßen, löste sich die Band auf. Alexi Laiho gründete 2020 eine neue Band: „Bodom after Midnight“ und verstarb dann aber später im Jahr, an den Folgen seines jahrelangen Alkoholkonsums, so wie dem Missbrauch von Drogen.

Fazit

Das Ganze lässt mich jetzt nachdenklich zurück. Als ich die Idee hatte ein Essay, bzw. einen kleinen Abriss um die Band herum zu schreiben, habe ich nicht mit diesem Ausgang gerechnet. Das intensivere Auseinandersetzten mit der Band und dem Tod von Laiho hat mich unbefriedigt zurück gelassen. Ich mag die Band nach wie vor und ich habe die Band mehr als nur einmal gesehen. Unvergessen der Auftritt auf dem Wacken Open Air 2008.

© Children of Bodom

Für mich war die Band unglaublich prägend bei der Entwicklung von meinem Metalgeschmack. Children of Bodom macht mich neugierig auf härtere und schnellere Sounds. Der Tot als Thema findet sich bei der Band oft wieder und dieser war es dann auch, der das Kapitel Children of Bodom auf lange Sicht beendet hat (Reunion sind ja aktuell der Shit!).

Laiho lebte sein Leben wie er seine Musik spielte. Schnell und kompromisslos. Sicherlich ein aufregendes, aber kurzes Leben. Das Schreiben dieses Artikels lässt mich unzufrieden zurück, aber ich werde jetzt eine Bodom Platte auflegen und was nostalgisch sein.

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal.


Quellen
  1. https://www.finnishcharts.com/showinterpret.asp?interpret=Children+Of+Bodom ↩︎

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